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Filmplakat

Der Stern von Indien

Großbritannien 2017 Drama
107 Min. FSK 6
Regie: Gurinder Chadha
Darsteller: Gillian Anderson, Michael Gambon, Hugh Bonneville, Manish Dayal, Huma Qureshi

In opulenten Bildern erzählt die indisch-britische Regisseurin Gurinder Chadha die Geschichte einer (fast) unmöglichen Liebe und schildert mit viel Feingefühl die dramatischen Umstände der Teilung Indiens nach dem Zweiten Weltkrieg.
1947 kommen Lord Mountbatten und seine Frau Edwina nach Delhi. Als Vizekönig soll Mountbatten die britische Kronkolonie in die Unabhängigkeit entlassen. In seinem Palast arbeiten nicht weniger als 500 indische Bedienstete, darunter der junge Hindu Jeet, der hier unverhofft seine einstige Flamme wiedertrifft, die schöne Muslima Aalia. Es ist eine verbotene Liebe, denn eine Verbindung zwischen Angehörigen der verfeindeten Religionen kommt nicht in Frage. Als Mountbatten die neuen Staaten Indien und Pakistan gründet, brechen schwere Unruhen aus. Jeet verliert seine Familie und die geliebte Aalia...

Auf den ersten Blick behandelt der Film ein Thema, das in geografischer wie historischer Hinsicht ziemlich weit entfernt liegt: die Teilung des Subkontinents nach beinah 200-jähriger britischer Kolonialherrschaft. Zum 70. Mal jährt sich in 2017 die Gründung der Indischen Union und der kleineren Islamischen Republik Pakistan, sie war Folge eines langwierigen Unabhängigkeitskampfs, der weitgehend gewaltfrei vonstattenging und dennoch im Chaos mündete. Denn einig waren sich die vielfältigen politischen und religiösen Kräfte des Landes, repräsentiert durch Anführer wie Gandhi, Nehru und Muhammad Ali Jinnah, nur in ihrer Ablehnung des britischen Empire. Ein friedliches Miteinander in einem selbstbestimmten und vereinten Indien wollten sie jedoch nicht. So führte die Teilung zu einer der größten Fluchtbewegungen der Geschichte. Zehn Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa sieben Millionen Muslime aus Indien. Rund eine Million Menschen kamen ums Leben. DER STERN VON INDIEN ist daher auf den zweiten Blick erstaunlich gegenwärtig und brisant. Der Film geht Fragen und Phänomenen auf den Grund, die in unseren weltpolitisch unruhigen Tagen mindestens genauso relevant sind wie damals.

 
Spielwoche 24.08. - 30.08.2017
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Do. 24.08. Fr. 25.08. Sa. 26.08. So. 27.08. Mo. 28.08. Di. 29.08. Mi. 30.08.
    20:10 Uhr     20:10 Uhr  
 

Fotos: © 2017 Tobis